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fuer Linux, U.n.i.x, Netzwerke ...

Fachliche Korrektheit ist nicht gewaehrleistet, Vollstaendigkeit eh net..

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Partimage

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Autor: Bjoern Krombusch (August ©2003)



Ausgangslage :
Um den Schulungsraum im St. Agatha Krankenhaus nutzen zu dürfen, müssen wir die Sicherstellung des vorhandenen Windows-Netzes gewährleisten. Die vorbereiteneden Maßnahmen am Freitag sollten also der Sicherung und Wiederherstellung der Windows-Infrastruktur im worst-case dienen. In allen 9 Clients macht sich ein Windows 98 auf je 6 GB breit. Die unter Windows installierte Software (ISDN-Treiber, Office 2000 etc) ist auch überall gleich. Für die Sicherung hat das Krankenhaus einen Linux-Server mit 20GB Festplatte und NFS-Server sowie aktuelle Knoppix-CDs bereitgestellt.

4 Lugler haben sich trotz des saumäßigen Wetters um 15.00 am Krankenhaus eingefunden; es wurde bis 22.00 Uhr gewerkelt.

Ablauf :
Vor jeglichen Abenteuern mit bestehenden Partitionen ist ein Defragemetierung des Dateisystems angeraten, wodurch quer über die Platte verstreute Dateiblöcke zusammengeschoben werden.

Im ersten Test sollte der Linux-DriveImage-Clone "partimage" seine Fähigkeiten zum Sichern und Wiederherstellen einer kompletten Windows-Partition beweisen.

Dazu haben wir auf einem Client mit der Knoppix-CD ein Mininmal-Linux im Hauptspeicher gestartet,
- über "ifconfig eth0 192.168.100.101 up" die NIC ins Netz des Image-Servers gesetzt
- mit "/etc/init.d/portmap start" dafür gesorgt, das der spätere Datenstrom am Image-Server auch korrekt ankommt
- mit "/ect/init.d/nfs-common start" die Kommunikation von Rechnern über das NFS-Protokoll nachgeladen

Der Aufruf
- "showmount -e 192.168.100.100" zeigte auch korrekt das zum Export freigegebene Verzeichnis auf dem Image-Server, das wir über
- "mount -t nfs 192.168.100.100:/home/lug /mnt" in das lokale Dateisystem im Hauptspeicher des Clients eingehängt haben.

Ein letzter Test mit
- "fdisk -l" sorgte noch einmal für Gewissheit, daß Knoppix den MBR und damit die Windows-Partition von Block 1 bis xxx auf /dev/hda1 mit dem Dateisystem FAT32 auch korrekt erkannte.

Das Programm "partimage" hat eine ganze Latte an Parametern; für die einfache Sicherung genügte uns ein
- "partimage -z1 save /dev/hda1 /mnt/win98-6GB.gz" (Parameter z1 heißt Sichern mit gzip-Kompression).

partimage zeigt daraufhin zunächst einmal die belegten Blöcke und damit die reale Geamtgröße der zu sichernden Partition an.
Weiterhin kann der Benutzer dem Programm noch mitteilen, ob es die image-Datei in einer festen Größe anlegen oder automatisch splitten soll.

Im ca. 11-minütigen! (100 Mbit-Netz) Sicherungslauf beweist das kleine Partitionsprogramm, daß es wirklich nur die belegten Blöcke des Windows-Partition über das Netz kopiert (ca 600 MB). Andere Linux-Programme wie das allseits bekannte "dd" kopieren nämlich Block für Block; da hätten wir gleich eine Nachtschicht einplanen müssen.

Nach kurzer Kaffeepause mit gegenseitigen Mutmachen haben wir Windows mit format und fdisk komplett von der Platte des Clients gefegt.
Anschließend booten mit Knoppix und Einhängen des Export-Verzeichnisses vom Image-Server wie oben dargestellt.
"fdisk -l" gibt noch einmal Gewißheit darüber, daß eine vollständig nackte Platte vor uns liegt.

Mit "partimage restmbr /mnt/win98-6GB.gz.000" schreibt das Programm den ursprünglichen MBR wieder auf die Platte.

Vorsicht :
Jetzt gibt es wieder eine Partition "/dev/hda1", aber die kannte Knoppix beim Booten logischerweise noch nicht, so daß ein erster Wiederherstellungsversuch fehlschlägt. Nach einen Reboot des Rechners konnten wir mit
- "partimage restore /dev/hda1 /mnt/win98-6GB.gz.000" mitverfolgen, wie partimage für ein heftiges Blinken der Festplatten-LED sorgte. Der Vorgang dauerte erstaunlicherweise nur halb so lange wie die Sicherung; nach nur 6 Minuten ! kam die Meldung, daß die Partition erfolgreich eingespielt worden sei.

Tatsächlich startet nach einem Reboot des Rechners das altbekannte Windows 98, so als wäre nichts gewesen.

Da die lug von jeder 6GB-Platte 3GB zugesichert bekommen hat, wurde im nächsten Schritt die Windows-Partition verkleinert. Zu unserer Schande setzten wir dazu das Profi-Programm "Partition Magic" ein, da sein Linux-Clone "parted" nicht aufzutreiben war.

O.g. Sicherungs-Wiederherstellungs-Szenario klappte ebenso erfolgreich wie beim ersten Mal. Die Zeitdauer für beide Aktionen blieb auch bei halbierter Partition die gleiche, da sich die Anzahl der belegten Blöcke schließlich nicht geändert hatte.

Nächster Test :
Da alle Windows-Rechner glücklicherweise mit gleicher Hardware- und Software ausgestattet sind, erscheint eine einzige Sicherungskopie für alle Neune ökonomisch.

Allerdings gestaltete sich das Rückspielen der Sicherungskopie des ersten Clients (jetzt "win98-3GB.gz.000") auf den zweiten Rechner etwas problematisch, da partimage eine ungültige Partitionstabelle anmeckerte. (schwitz, schwitz (:-( )

In solchen Fällen schaut man ja doch einmal in die man-page, wo gesagt wird, man solle die wiederherzustellenden Partitionen vor dem Rücksichern auf dem Zielrechner zuerst anlegen.

Das war aber keine große Sache, mit Knoppix und "fdisk" brauchten wir bloß die festen Partitionseinträge des ersten Clients auf dem zweiten einzutragen. Nach einem Reboot klappte dann auch das Einspielen des Win98-Images von Client 1 auf die erste Partition von Client 2.

!!! Nach dem Einspielen muß in jedem Falle Windows einmal gestartet und der Rechnername geändert werden, schließlich identifizieren sich jetzt zwei Rechner mit gleichem Netbios-Namen im Netz. !!! Um die IP-Adresse brauchen wir uns dabei nicht zu kümmern, da im Netz ein dhcp-Server läuft.

OK : die Sicherstellung der bestehenden Client-Infrastruktur für Schulungen des Krankenhauses ist somit gesichert. Will heißen : Wenn wir bei Installationsparties o.ä. Windows zerschießen, kriegen wir das in max. 10 Minuten wieder in den Ursprungszustand.

Insofern ist das Ziel des Abends erreicht.

Abschließend wurde noch getestet, wie partimage mit einer Linux-Installation auf den freigewordenen 3GB umgeht; also ob wir unsere Arbeit ebenfalls über den Tag retten können.

Der MBR ist jetzt mit durch Anlegen einer erweiterten Partition mit 3x logischen Linux 0x83 und einer Swap 0x82 doch etwas komplexer geworden.

partimage erlaubte uns dabei nur die Sicherungs von wirklichen "Daten-"Partitionen; die Sicherung einer erweiterten Partition bzw. einer Swap-Partition macht ja irgendwie keinen Sinn.

Wie im ersten Falle konnten wir partimage erst zur Rücksicherung überreden, nachdem wir auf der Platte mit "fdisk" die Partitionsdaten eingetragen hatten. Für eine Windows-Partition, eine erweiterte Partition, 3 Linux-Partitionen und einer Swap bedeuted daß insgesamt 6 Schritte in fdisk. Anschließend haben wir die (zur Erinnerung : nicht gesicherte) Swap noch mit "mkswap /dev/haX" erstellt.
Nach einen Reboot des Rechners lassen sich denn auch alle Partitionen korrekt zurückspielen.

Die ganze Geschichte gelang uns ebenfalls auf Client 2.

!!! Auch bei Linux ist daran zu denken, daß jetzt zwei gleiche Hostnamen im Netz existieren : also mit "hostname [neuer Rechnername]" ändern.

Abschließende Bemerkung :
Wenn zwei Betriebssysteme auf einer Platte sitzen, so kümmert ein Bootloader bootloader um den Start des gewünschten Systems (der altgediente lilo kommt mit so einer Aufgabe klar).
Damit die Windowsgemeinde von unseren Aktionen möglichst gar nichts mitbekommt, haben wir in der "/etc/lilo.conf" das Win98-System als default gesetzt und den Prompt auskommentiert.
Die Linuxer müssen also für den Start ihres BS nach dem Booten des Rechners heftig die TAB-Taste drücken.

Fazit :
partimage ist wirklich ein hervoragendes Tool und für unsere Zwecke bestens geeignet.
Wer darüber nachdenkt, es auch zuhause oder in der Firma für die Sicherung seiner diversen Installation einzusetzen:
Man braucht keinen NFS-Server, es tut auch eine Windows- oder Samba-Freigabe im Netz.
Der Mount-Aufruf aus Knoppix lautet dann "mount -t smb ...".
Wer kein eigenes Netz hat, kann natürlich auch auf einer zweiten Platte sichern, oder sich das Image splitten lassen, über "mkiosfs" ISO-Images erstellen und mit "cdrecord" auf Rohling(e) brennen.
(Im letzten Falle ist daran zu denken, daß Knoppix dann nicht über das normale CD-Laufwerk und nicht über den CD-Brenner gebootet werden darf, weil man sonst den Rohling nicht mehr einlegen kann ;-) ) br>
Un so gehts weiter :
Die vorbereitenden Maßnahmen für die Köln LUG im Schulungsraum werden mit der Umstellung der restlichen Clients enden. Über die Erstellung von Shell-Skripten für die Sicherung und Wiederherstellung kann noch nachgedacht werden. Ebenso scheint der Einsatz eines dhcp-Servers auf dem Image-Server nicht dumm, da wir uns damit die "ifconfig"-Geschichten sparen können.





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