Die Konfiguration des X-Systems
als erstes muss Du Deinen Rechner in den Text-Konsolenmodus
versetzen, d.h. kein X darf laufen, also nicht einfach
<Strg><Alt>F1 oder so.
Ich habe vorher /etc/rc2.d/S99kdm in ein anderes Verzeichnis kopiert
- oder umbenennen muesste es auch tun(S --> s) und den Rechner neu
gestartet. Es soll sogar OSs geben, die nicht 'case sensitiv' sind,
so habe ich gehoert - mag ich aber gar nicht glauben.
Dann gibst Du folgendes ein:
XFree86 -configure
Darauf ueberprueft XFree86 Deine X-betreffende Hardware(Grafikchip,
Maus und Tastatur) und erstellt eine Datei, namentlich
'XF86Config.new', die es im root-Verzeichnis ablegt.
Dieser Datei fehlen jedoch noch zwei, drei Eintraege, die Du manuell
eintragen musst.
Bei mir stimmt die Maus nicht.
Da ich eine PS/2-Radmaus habe, aenderte ich den Eintrag in 'Section
"InputDevice"' wie folgt von:
...
Option "Device" "/dev/mouse"
Option "Protocol" "auto"
nach:
Option "Device" "/dev/psaux"
Option "Protocol" "ImPS/2"
und ergaenzte ihn um die Maustrad Aktivierung
Option "ZAxisMapping" "4 5"
Dann als naechstes den Eintrag in '"Monitor"' von:
Identifier "Monitor0"
VendorName "Monitor Vendor"
ModelName "Monitor Model"
um:
HorizSync 30.0-85.0
VertRefresh 55.0-90.0
erweitert und als letzte Ergaenzung dem ganzen noch in Section
"Screen"' 'die standard Farbtiefe und Aufloesung(en) verpasst:
Identifier "Screen0"
Device "Card0"
Monitor "Monitor0"
SubSection "Display"
Depth 8
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 15
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 16
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 24
EndSubSection
EndSection
wird zu:
Section "Screen"
Identifier "Screen0"
Device "Card0"
Monitor "Monitor0"
DefaultDepth 24
SubSection "Display"
Depth 8
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 15
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 16
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 24
Modes "1600x1200" "1280x1024" "1024x768"
"800x600"
EndSubSection
EndSection
Es reicht an dieser Stelle auch erst 'mal eine funktionierende
Aufloesung. Durch die verschiedenen Aufloesungen kannst Du Dich
dann mit <Strg><Alt>+/- im laufendem Betrieb durchhangeln.
Wobei es interessant ist, dass die Herstellerangaben bezueglich
Frequenzen, Farbtiefe und Aufloesung Unsinn sind;-)
Als Werte fuer die Frequenz lautet sie "fest" 81.5/85.0, fuer die
Farbtiefe "fest" 8 und die Aufloesung "fest" 1280x1024.
Wie Du siehst, habe ich allen komplett andere Werte verpasst, und
dieses zu meiner vollsten Zufriedenheit:-)
Dieser Festfrequenzmonitor(Spea GDM 1963) hat diese grausamen Werte
nun schon ueber zwei Jahre klaglos ertragen.
HINWEIS: Falls Du dieses ebenfalls ausprobieren moechtest, so
geschieht es ausschliesslich auf Deine eigene Verantwortung!
Nun testen, ob X(Grafik und Maus) funktioniert:
XFree86 -xf86config /root/XF86Config.new
PINGU - aeh, BINGO.
Ist dieses der Fall, kann nun die Feinabstimmung der Monitors und
Auswahl der Tastatur erfolgen. Die Tastatur hier einzustellen ist
ebenfalls bequemmer als sie vorab in die Datei zu tippen.
Dafuer habe ich folgenden Befehl verwendet:
xf86cfg -xf86config /root/XF86Config.new
Nun oeffnet sich eine grafische Konfigurationsoberflaeche, die IMHO
keine Wuensche offenlaesst.
Links oben findest Du unter "Configure Layout" 4 Eintraege. Zum
Hinzufuegen oder Entfernen von Aufloesungen ist "Configure Screen"
angedacht, zum justieren des Monitors "Configure Modelines".
Bei "Configure Screen" klickst Du mit der rechten Maustaste auf das
Symbol und waehlst "configure" aus. Der Rest ist selbstredend - so
auch bei "Configure Modelines". Die Tastatur passt Du unter
"Configure Layout" (rechte MT) an.
Du wirst sehen, dass da noch 'ne Menge anderer 'Sachen' zur
Verfuegung stehen, die wenn Dein Spieltrieb nicht verkuemmert ist,
Dich wohl eine Zeitlang beschaeftigen wird.
XFree86 bietet Dir saemmtliche Moeglichkeiten, um Deiner Hardware
den Rest zu geben.
XFree86 ist geil!!!
Ach ja, praktisch waehre es abschliessend die Datei nach
/etc/X11/XF86Config-4 zu kopieren - dann klappts auch mit dem
Nachb... - aeh, ich meine mit der Grafik.
...
Remote-Zugriff
X-Clients koennen sowohl auf dem selben Rechner gestartet werden, auf dem der X-Server laeuft, als auch auf einem anderen Rechner.
Die Kommunikation zwischen X-Client (X-Anwendung) und X-Server (Xfree86) erfolgt im ersten Fall durch
Mechanismen der IPC (Inter Prozess Communikation), im 2. Fall ueber TCP/IP.
Der zu verwendende X-Server fuer die Clients wird durch die globale Systemvariable DISPLAY gesetzt.
Format:
DISPLAY=[Rechner/IP]:[D].[S]
[Rechner/IP]: Rechnername/IP des entfernten X-Servers oder leer lassen wenn X-Anwendungen und X-Server
auf dem selben Rechner laufen
[D] Display, bei mehreren X-Servern "'0' fuer den ersten, '1' fuer den zweiten, ...
[S] Screen
Anlegen:
export DISPLAY=rechner:0.0
oder
DISPLAY=rechner:0.0
export DISPLAY
Der X-Server muss dem jeweiligen Rechnern gestatten, ihre Daten auf seinem Bildschirm auszugeben.
xhost + [rechner]
xhost - [rechner]
xhost + alle Rechner sind erlaubt
(/etc/openwin/bin/xhost)
Beispiel:
user_A@rechner1:$ xhost + rechner2
user_A@rechner1:$ rlogin rechner2
user_A@rechner2 auf rechner1:$ TERM=xterm
user_A@rechner2 auf rechner1:$ DISPLAY=rechner1:0.
user_A@rechner2 auf rechner1:$ export TERM DISPLAY
Ersten X-Server starten: startx -- :0
Zweiten X-Server starten: startx -- :1